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Makroökonomie | Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre

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Die Volkswirtschaftslehre erscheint vielen Studierenden der Wirtschaftswissenschaften als zwar notwendiges (wer wollte die Klausuren nicht bestehen?), aber eher lästiges Übel - vor allem wegen der formalisierten Ausdrucksweise, die mathematische Kenntnisse erfordert.

Gleichwohl befasst sich die Volkswirtschaftslehre doch mit einer faszinierenden Aufgabe:

Wie ist das Knappheitsproblem zu lösen?

Mit dem Knappheitsproblem ist die Diskrepanz zwischen der Gütermenge, die zur Bedürfnisbefriedigung aller Menschen benötigt wird, und derjenigen, die angesichts der Technologie und der begrenzten Ressourcen herstellbar ist, gemeint. Güter (Konsumgüter und Dienstleistungen, Investitionsgüter) sind im Hinblick auf ihre Funktion, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, stets knapp, weil
 

  • prinzipiell Nichtsättigung der menschlichen Bedürfnisse,
     
  • Endlichkeit der Ressourcen und deswegen auch
     
  • Endlichkeit der produzierbaren Gütermengen


unterstellt werden können.

Wegen dieses Knappheitsproblems ist wirtschaftliches Handeln jedes Einzelnen (einzelwirtschaftliche Entscheidungen) und auch der Gesamtheit eines abgegrenzten Wirtschaftsraumes (Wirtschaftspolitik) nötig. Die Volkswirtschaftslehre versucht, die Vielfalt der wirtschaftlichen Entscheidungen zu erfassen, zu ordnen, zu erklären, um somit bei der Lösung des Knappheitsproblems zu helfen und ggf. sogar wirtschaftspolitische Empfehlungen auszusprechen.

Es handelt sich also um einen äußerst komplexen Untersuchungsgegenstand, der viele Theorien in der Volkswirtschaftslehre hervorgebracht hat: Preistheorie, Theorie der Nachfrage, Produktionstheorie, Wachstumstheorie, Beschäftigungstheorie, Inflationstheorie usw. usf. Um Systematik in die Vielzahl ökonomischer Theorien zu bringen, wird die Volkswirtschaftslehre je nach Analyseform in Teilgebiete geordnet. Eine Möglichkeit ist dabei die Einteilung in die mikroökonomische und die makroökonomische Analyse.

Die Mikroökonomie (Theorie der Marktwirtschaft) befasst sich mit den ökonomischen Wahlhandlungen einzelner Akteure (Haushalte und Unternehmen), um deren (annahmegemäß nutzen- bzw. gewinnmaximierendes) Angebots- und Nachfrageverhalten zu begründen und auf diese Weise die Preisbildung auf einzelnen, unterschiedlich strukturierten Märkten zu erklären. Bei der komplexen "mikroökonomischen Suche" nach der Lösung des Knappheitsproblems werden notwendigerweise starke Vereinfachungen vorgenommen. Eine der wichtigsten ist die in der Realität nicht haltbare Annahme, dass alle Produktionsfaktoren (vor allem Arbeit) stets vollbeschäftigt sind.

Nicht zuletzt wegen dieser problematischen Vollbeschäftigungsannahme beschäftigt sich die - im Wesentlichen auf die Arbeiten von Keynes zurückgehende - Makroökonomie hauptsächlich mit den Bestimmungsgründen von Produktions- und Beschäftigungsniveau. In der makroökonomischen Analyse sollen die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge aus dem Verhältnis zwischen

  • den institutionellen Aggregaten, den zu Sektoren zusammengefassten Akteuren (Haushalte, Unternehmen, Staat), und
     
  • den funktionellen Aggregaten des einzigen Gutes (Einkommen, Konsum, Ersparnis etc.)

erklärt werden. Machen Sie sich dabei klar, dass Konsum, Investition und Ersparnis lediglich unterschiedliche Verwendungsformen des einzig produzierten Gutes sind.

Wenn alle Güter einer Volkswirtschaft zu lediglich einem Gut zusammengefasst werden, ist de facto unterstellt, dass alle Preisrelationen (mit denen sich die Mikroökonomie beschäftigt) konstant sind. Das ist ebenfalls eine starke Vereinfachung. Der unschätzbare Vorteil dieser Maßnahme ist allerdings, dass die gesamte Wirtschaft auf wenige wichtige Variablen reduziert wird, wodurch weitere wichtige Merkmale einer realen Volkswirtschaft wie das Bankensystem (hier nur Zentralbank), der Markt für Forderungstitel (hier nur Wertpapiere) und vor allem das Ausland berücksichtigt werden können. Die Bestimmungsgründe des Zinses, des Preisniveaus, des Außenhandels und des internationalen Kapitalverkehrs können auf diese Weise untersucht werden.

Soweit die Einordnung des makroökonomischen Grundkurses in die Volkswirtschaftslehre. Alles, was Sie für eine erfolgreiche Bewältigung Ihrer Makro-Klausur an Kenntnissen und Fähigkeiten benötigen, finden Sie in der VWL-Fibel Makroökonomie.

[Auszug aus der Einleitung der VWL-Fibel Makroökonomie - Ihre Lernhilfe zur Prüfungsvorbereitung an der FernUniversität Hagen!]


Nutzen Sie zu diesem Thema auch gern meine Computer-Simulationen.