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Fiskalpolitik | Staatsausgaben | Multiplikator


Das makroökonomische Teilgebiet Fiskalpolitik beschäftigt sich mit den kurzfristigen Wirkungen eines veränderten Staatsbudgets (Staatseinnahmen minus Staatsausgaben) bzw. einzelner fiskalpolitischer Aktionsparameter (Staatsausgaben, Steuersätze) auf die inländischen Größen Einkommen (Sozialprodukt), Preisniveau und Zinsniveau (Multiplikator) sowie – in den Modellen einer offenen Volkswirtschaft – auf den Wechselkurs (bei flexiblem Wechselkurs) oder auf die Geldmenge bzw. die Zahlungsbilanz (bei festem Wechselkurs).

Je mehr Modellkenntnisse und Analysefähigkeiten Sie in Ihrem makroökonomischen Grundstudium erworben (und konserviert!) haben, desto leichter wird Ihnen die Bearbeitung der Aufgaben zur Fiskalpolitik, vor allem die Multiplikator Berechnung fallen.

Die Gleichgewichtsmodelle bzw. die formalen Gleichungssysteme, mit denen Sie in diesem Zusammenhang zu tun bekommen, sind in der Regel ein wenig komplexer als die Modelle aus einem Grundkurs zur Makroökonomie. In den geschlossenen Modellen werden ggf. die fiskalpolitischen Aktionsparameter (Staatsausgaben, Steuern) näher spezifiziert, dafür entfallen in der Regel – obwohl sie implizit enthalten sind – Arbeitsmarkt und Produktionsfunktion. In den offenen Modellen sind neben Güterexporten und Güterimporten auch internationale Kapitalbewegungen (Kapitalexporte und Kapitalimporte) eingeschlossen. Das Preisniveau ist in den meisten Modellen zur Vereinfachung als konstant unterstellt und auf 1 normiert.  Für die offenen Modelle gilt oft: Wenn das ausländische Preisniveau ebenfalls konstant und gleich 1 ist, sind nominaler und realer Wechselkurs identisch!

Eine zusätzliche Schwierigkeit gegenüber der Klausur zum makroökonomischen Grundkurs besteht zudem darin, dass Sie Ihr Ergebnis (den Multiplikator als Wirkung einer Variation von Staatsausgaben etc.) ökonomisch interpretieren müssen. Eine grafische Totalanalyse ist hingegen nicht gefordert. Gleichwohl sollten Sie mit dem IS–LM– und dem AS–AD–Schema umgehen können!

Mit diesen Modellen sollten Sie nach der Lektüre der VWL-Fibel Fiskalpolitik vertraut sein:
 

  • Geschlossene Wirtschaft mit fixem Preisniveau (in 7 Varianten) 
  • Geschlossene Wirtschaft mit flexiblem Preisniveau
     
  • Offene Wirtschaft mit flexiblem Wechselkurs bei eingeschränkter Kapitalmobilität
     
  • Offene Wirtschaft mit flexiblem Wechselkurs bei vollkommener Kapitalmobilität
     
  • Offene Wirtschaft mit fixem Wechselkurs
     

Diese fünf Grundmodelle werden in der VWL-Fibel Fiskalpolitik zunächst in ihrer einfachsten Form dargestellt. In den Klausuren sollten Sie mit Varianten, mitunter komplexeren Verhaltenshypothesen rechnen, was an der jeweiligen Grundaussage und an der Multiplikator Berechnung jedoch nichts ändert.

Die Wirkung fiskalpolitischer Maßnahmen (Veränderung von Staatsausgaben etc.) auf volkswirtschaftliche Größen, also der Multiplikator, unterscheiden sich mit der Modellökonomie, die der Analyse jeweils zugrunde gelegt wird. Überwiegend sind Unterbeschäftigungsmodelle, also keynesianisch inspirierte Gleichungssysteme gegeben. Das bedeutet: Alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen sind grundsätzlich geeignet, die Höhe des Sozialprodukts zu beeinflussen. Diese Maßnahmen können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen (vollkommen zinsunelastische Geldnachfrage, vollständige Kapitalmobilität) wirkungslos werden.
 

[Auszug aus der Einleitung der VWL-Fibel Fiskalpolitik - Ihre Lernhilfe zur Prüfungsvorbereitung an der Fernuniversität Hagen!]


Nutzen Sie zu diesem Thema auch gern meine Computer-Simulationen.